28. Januar 2013

Jugend forscht



Unser Vater arbeitete als Schwimmmeister im städtischen Hallenbad und unsere Familie wohnte in der schwimmmeisterlichen Dienstwohnung.

An meinem 12. Geburtstag dann hielten mein Bruder und meine Schwester mich für alt genug, um mich in ihr großes Geheimnis einzuweihen. Sie zerrten mich in ihr Zimmer und schlossen die Tür ab. Mein Bruder führte in ein winziges Loch in der Wand eine Minikamera ein und verband die Kamera mit seinem Computer. Und auf dem Bildschirm schauten wir uns die Live-Übertragung der Ereignisse aus dem Raum jenseits der Wand an.

Da es sich bei dem Raum jenseits der Wand um die zum Hallenbad gehörende Sauna handelte, sahen wir nackte Menschen. Menschinnen, um genau zu sein, denn es war Frauentag. „Überall nackte Möpse!“ frohlockte meine Schwester. „Und die unrasierte Möse da vorne, das ist meine Mathelehrerin.“

Meines Bruders Hand verschwand in seiner Hose und er begann, mit seinem Schwanz zu spielen. Und meine Schwester begann, mit ihrer Muschi zu spielen. Und ich? Ich saß unbewegt zwischen den Onanierenden.

„Tom, weißt du nicht, was Wichsen ist?“ fragte mein Bruder.
„Vielleicht ist er doch noch zu jung“, überlegte meine Schwester.
„Ich bin überhaupt nicht zu jung“, stieß ich hervor. „Ich weiß bloß nicht, was ich an nackten Möpsen und Mösen finden soll.“
„Ach, so ist das“, erwiderte meine Schwester. „Wenn du nicht auf Möpse und Mösen stehst, musst du morgen wiederkommen. Dann ist Herrensauna.“

Vom folgenden Tag an war ich recht häufig im Zimmer meiner Geschwister anzutreffen und unsere Eltern freute es, dass sich die Kinder so gut miteinander verstanden.

Als ich 14 war, änderte sich die Wohnsituation. Mein Bruder verbrachte ein Jahr in Frankreich. Und meine Schwester zog mit der bereits erwähnten Mathelehrerin nach Köln.

Wenn Herrensauna war, lud ich jetzt meist die beiden anderen Schwulen aus meiner Jahrgangsstufe ein. Und die beiden anderen brachten bald noch weitere Jungs mit, die wiederum beim nächsten Mal ebenfalls weitere Gäste anschleppten.

Ich hätte ahnen müssen, dass ein Geheimnis, wenn es mit zu vielen Leuten geteilt wird, nicht mehr lange ein Geheimnis bleibt. Eines Tages klingelte die Polizei an der Wohnungstür und die Beamten nahmen meinem Computer und die Minikamera mit.

Meine Eltern wollten wissen, was ich mir denn bei einem solch voyeuristischen Verhalten nur gedacht hätte. Anstatt einer reflektierenden Antwort sagte ich lediglich, dass ich denke, dass ich mir in Zukunft zum Wichsen wohl gewisse Zeitschriften werde kaufen müssen. Woraufhin mir mein Vater einen Fuffi hinwarf und die Wohnung in Richtung Schwimmbad verließ. Im Schwimmbad dann erfuhr mein Vater, dass er vom Dienst suspendiert ist.

In der lokalen Presse wurde über den schwulen Spanner-Sohn des Schwimmmeisters ausgiebig berichtet. Die Beziehung meiner Schwester zu ihrer ehemaligen Mathelehrerin wurde ebenfalls ins Rampenlicht gezerrt. Ein angeblich existierendes Foto, auf dem mein gelenkiger Bruder es sich selbst französisch macht, wurde hingegen nicht veröffentlicht. Jene Aufnahme allerdings, auf der mein Vater mit einer Mitarbeiterin unter der Dusche knutscht, wurde abgedruckt. Was dazu führte, dass meine Mutter ihre Koffer packte und mit dem Familienauto davonfuhr.

Mein Vater verlor seine Stelle und wir mussten aus der Dienstwohnung raus und zogen nach Köln zu meiner Schwester und ihrer Mathelehrerin.

19. Januar 2013

Topmodel



Neuruppin

12. Januar 2013

MARS



Mars im Sternenbild des Galaxy Shopping Centers in Stettin