27. Dezember 2016

Mittelfelder Kurier #1: Der Katholik von Mittelfeld



Da er sogar an Weihnachten allein in seiner Kirche war, hat der Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Agnes, Winfried Hagemann, eine Kampagne gestartet, um mehr bzw. überhaupt Publikum anzuziehen. Ich möchte dieses Gotteshaus als moralischen Anker etablieren, sagt Pfarrer Hagemann, als moralische Instanz in einem immer unmoralischer werdenden Mittelfeld.

Eine dem Mittelfelder Kurier vorliegende Statistik offenbart, dass allein schon aufgrund der Religionszugehörigkeit der hiesigen Bevölkerung es ein katholischer Pfarrer in Mittelfeld nicht leicht hat. So geben 41% an, evangelisch zu sein, 35% konfessionslos, 14% keine Ahnung, 9% keine Angabe, 1% Sonstige.

Und jetzt ist auch noch dieser Flüchtling aus Syrien dazugekommen! klagt Pfarrer Hagemann. Damit hat Mittelfeld mehr Muslime als Katholiken.

Exklusiv begleitet der Mittelfelder Kurier Pfarrer Hagemann zu einem unangemeldeten Hausbesuch bei der Lehrerin Dorit Kersting, die Amir Barakat, den einzigen in Mittelfeld lebenden Geflüchteten, in ihre Wohnung aufgenommen hat. Pfarrer Hagemann unterstellt der Lehrerin und dem Geflüchteten, in einer inakzeptablen christlich-muslimischen wilden Mischehe zu leben. Das reinste Sodom und Gomorrha! urteilt der Pfarrer.

Zu den Vorwürfen sagt Dorit Kersting: Nein, ich unterhalte keine sexuelle Beziehung zu Herrn Barakat. Selbst wenn ich dies anstrebte, wäre mein Bemühen sinnlos, denn Herr Barakat ist schwul und hat bereits eine Beziehung mit dem im Nachbarort lebenden illegitimen Sohn des Pfarrers. Außerdem ist Herr Barakat kein Muslim, sondern Katholik.

Der Mittelfelder Kurier beglückwünscht Pfarrer Hagemann zum ersten potentiellen Mitglied seiner Gemeinde, allerdings hat Amir Barakat bereits via Twitter bekannt gegeben, lieber die Messe der Hochschulgemeinde in Göttingen zu besuchen.


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