18. September 2017

Journal d'un guide #1 : L'affaire de pipi



On s'arrête en face d'un squat. Une femme ouvre une fenêtre de l'immeuble derrière nous et elle s'adresse à moi pour se plaindre d'un petit garçon :
   « Ce petit garçon, il a pissé contre mon balcon.
   – Mais pourquoi vous adressez-vous à moi ? Ce n'est pas moi qui ai fait pipi contre votre balcon.
   – Mais vous êtes le porte-parole.
   – Non, madame, je suis le guide. Et je n'ai dit à personne de faire pipi contre votre balcon. »

La femme ferme la fenêtre et peu après elle la rouvre pour s'adresser aux parents du petit garçon :
   « Ne dites pas à votre fils de faire pipi contre mon balcon ! »
   La femme referme la fenêtre et les parents et le petit garçon poursuivent leur chemin ; ils n'étaient que des passants qui étaient près de nous par hasard.

Une minute plus tard – je suis en train de raconter l'histoire du squat – la femme rouvre la fenêtre et dit :
   « Je viens d'appeler la police.
   – Très bien, madame. Bonne journée ! »

La femme ferme la fenêtre et immédiatement elle la rouvre pour ajouter :
   « Et j'ai filmé la scène de pisse avec mon téléphone.
   – Formidable ! Et habillez-vous, madame ! Il fait trop froid aujourd'hui pour se présenter nue à la fenêtre ouverte.
   – Je suis à la maison et à la maison je me présente comme je veux.
   – Une adulte dévêtue qui a filmé un petit garçon en train de faire pipi. Je suis sûr que la police va trouver ça très intéressant. »

Boum ! La femme ferme la fenêtre et je veux finir l'histoire du squat mais maintenant une femme au squat ouvre une fenêtre et elle crie :
   « C'est quoi, cette histoire de merde que tu racontes sur nous ? Va te faire foutre avec tes touristes débiles ! »

Les touristes et moi, nous continuons et quelques minutes plus tard, dans un café, je répète le spectacle en anglais et je dois plusieurs fois assurer au groupe qu'on n'a rien fait d'illégal.


→ deutsche Fassung / version allemande

3. September 2017

Tagebuch eines Stadtführers #2: Angela



Bin heute mit einer französischen Schulklasse unterwegs. Gegen Ende der Tour halten wir gegenüber der Museumsinsel an einem ockerfarbenen Haus. Ich lenke die Aufmerksamkeit der Gruppe auf die zwei Polizisten, die vor dem Haus stehen, und erzähle, dass dort immer Polizisten stehen, weil in dem Haus eine berühmte Persönlichkeit wohnt.

„Justin Bieber!?“ kreischt eine Schülerin.
„Nein“, widerspreche ich, „Justin Bieber mag eine berühmte Persönlichkeit sein, aber er lebt nicht in Berlin. Bei der Person, die in diesem Gebäude wohnt, handelt es sich um eine Frau, die im Regierungsviertel arbeitet.“

„Angela Merkel!“ ruft ein Schüler. „Angela Merkel! Es ist Angela Merkel! Angela Merkel wohnt hier.“
„Bingo!“ sage ich.
„Und ist sie gerade zu Hause?“ fragt der Schüler.

Um festzustellen, ob die Kanzlerin zu Hause ist, schlage ich vor, ihr ein Ständchen zu bringen. „Wie wär's mit der französischen Nationalhymne?“ sage ich. „Ich bin mir sicher, Angela Merkel steht drauf. Und wenn sie zu Hause ist, kommt sie bestimmt raus und macht mit euch Selfies.“

Die Schüler fangen sofort an zu singen. Doch anstatt mit der echten Merkel ein Selfie zu machen, müssen sie sich mit Merkels Konterfei auf einem Wahlplakat begnügen. Ein Junge scheint enttäuscht zu sein; ich höre, wie er zu einem Mitschüler über mich sagt: „Der Typ hat seinen Job verfehlt.“

1. September 2017

Prekariatsjetset

Pre|ka|ri|ats|jet|set (das) (lat./engl.) sich in unsicheren finanziellen Verhältnissen befindende Gesellschaftsschicht, die sich mittels Billigflügen an internationalen Orten trifft

24. August 2017

Tagebuch eines Stadtführers #1: Die Pipi-Affäre



Wir halten mit Blick auf ein besetztes Haus. In einem anderen Haus, direkt hinter uns, öffnet eine Frau ein Fenster, und ruft: „Sie, ja, Sie, der Herr Sprecher. Der kleine Junge da, der pinkelt gerade an meinen Balkon.“
„Wenn es der kleine Junge ist, der an Ihren Balkon pinkelt, warum wenden Sie sich dann an mich?“ frage ich.
„Weil Sie halt der Sprecher sind.“
„Aber, Madame“, entgegne ich, „mein Metier nennt sich nicht Sprecher, sondern Stadtführer. Und ich habe niemanden dazu verführt, an Ihren Balkon zu pinkeln.“

Die Frau schließt das Fenster, um es gleich drauf wieder zu öffnen und um sich an die Eltern des Jungen zu wenden: „Verführen Sie Ihr Kind gefälligst nicht dazu, an anderleuts Balkon zu pinkeln“.
Die Frau schließt das Fenster und die Eltern und der Junge gehen weiter; sie waren bloß Passanten, die zufällig neben uns waren.

Eine Minute später – ich bin gerade dabei, die Geschichte des besetzten Hauses zu erzählen – öffnet die Frau das Fenster erneut und sagt: „Ich habe jetzt die Polizei gerufen.“
„Sehr gut!“ lobe ich. „Und schönen Tag noch!“

Die Frau schließt das Fenster und öffnet es sofort wieder. „Und ich habe die Pinkelszene mit meinem Handy gefilmt“, sagt sie.
„Wunderbar!“ erwidere ich. „Und ziehen Sie sich was an, gute Frau! Es ist heute ein wenig zu kühl, um sich nackt am offenen Fenster zu präsentieren.“
„Ich bin hier bei mir zu Hause!“ sagt die Frau. „Und bei mir zu Hause präsentiere ich mich wie ich will.“
„Eine nackte Erwachsene, die einen kleinen Jungen beim Pullern filmt“, fasse ich zusammen. „Das wird die Polizei bestimmt sehr interessant finden.“

Rummms! Die Frau schließt das Fenster und ich hätte jetzt wohl die Geschichte des besetzten Hauses zu Ende erzählen können, wenn nun nicht im besetzten Haus eine Frau ein Fenster geöffnet und geschrien hätte: „Was erzählst du denn da für einen Scheiß über uns! Verpiss dich mit deinen Scheiß-Touristen!“

Ich verpisse mich mit meinen verängstigten Touristen in ein Café, wiederhole das Fensterspektakel auf Englisch und muss mehrmals versichern, dass die Gruppe nichts Illegales getan hat.


→ version française / französische Fassung

30. Juni 2017

MallDova

How do they call shopping malls in Moldova? – MallDova.

25. Juni 2017

Ladendamen

Ein Schild im Fenster eines Waschsalons verrät mir:

Wir suchen
LADENDAMEN
ab sofort
halbtags
zu guten Konditionen!

Der Waschsalon sucht Ladendamen? Was ist denn eine Ladendame? Eine sich im Laden befindende Dame, deren Jobprofil wie aussieht? Waschberatung? Weißes nicht mit Buntem? Die Waschmaschine nicht zu voll packen? Oder hat sich die Ladendame gar auf den Waschmaschinen zu räkeln? Damit die werte Kundschaft ein wenig Unterhaltung hat? Und dazu animiert wird, immer mehr und immer wieder Wäsche in diesem Waschsalon zu waschen?

Die Ladendamen werden ab sofort gesucht, das ist gut, ich bin auf Jobsuche, aber werden auch Ladendamen mit Damenbart eingestellt? Nun, Dame ist Dame, ob ohne oder mit Bart. Und mich auf Waschmaschinen räkeln, damit hab ich Erfahrung. Ich liebe es, mich auf einer Waschmaschine zu räkeln, vor allem während des Schleudergangs. Das vibriert so schön.

Doch es ist gut, dass die Stelle bloß halbtags angeboten wird. Von dem Vibrieren nämlich wird mir nach einer Weile schwindelig, das hielte ich auf Vollzeit nicht durch.

Und als ob ich nicht schon genug angefixt wär von dem Job, steht da zudem: zu guten Konditionen! Welche guten Konditionen blieben denn noch auszuhandeln? Dass ich die Wäsche mit meinen Räkel-Moves nur auf maximal 40 Grad anheizen muss anstatt auf 60 oder 90? Also, solch ein heißes Gerät bin ich inzwischen nicht mehr, dass ich Wäsche noch zum Kochen kriege. Lauwarm ist realistischer und dazu vielleicht Käffchen anbieten und Schnittchen rumreichen. Und mit der Standkundschaft trink ich auch mal einen Prosecco und tausche Strickmuster. Und in der Pause schnüffel ich heimlich am Weichspüler.

19. März 2017

BRD

Irgendwas muss bei meinem Flug heute morgen schief gelaufen sein... Anstatt in Bukarest scheine ich in der BRD gelandet zu sein:

7. März 2017

8. Februar 2017

Mittelfelder Kurier #6: Die Marine Le Pen von Mittelfeld



Die Offene Schule, jüngste Bildungsinitiative des Kultusministeriums, ermöglicht es Eltern und Großeltern, gemeinsam mit ihren Sprösslingen am Schulunterricht teilzunehmen.

Die erste Mittelfelderin, die die neue Chance nutzt, ist Marianne Bokel, Leiterin des örtlichen Seniorenwohnheims. Gemeinsam mit ihrer Enkelin Frauke sitzt sie dreimal wöchentlich im Französischunterricht.

Die Lehrerin, diese linksversiffte Ökoschlunze, gefällt mir zwar nicht, sagt Marianne Bokel, aber leider ist sie hier in der Gegend das einzige Subjekt, das Französisch kann.

Nach ihrer Motivation gefragt, antwortet Marianne Bokel, ihrem Idol näher sein zu wollen, der französischen Politikerin Marine Le Pen (Front National). Zukünftig will ich Madame Le Pens Facebook-Postings und Twitter-Tweets lesen können, erklärt Marianne Bokel.

Dem Mittelfelder Kurier gegenüber hat die zuständige Lehrerin Dorit Kersting eine vorläufige Beurteilung der neuen Schülerin abgegeben: Frau Bokel fällt es schwer, sich auf den Unterricht einzulassen. Anstatt Schritt für Schritt die Grundlagen der französischen Sprache zu erlernen, interessiert sie sich vor allem für die Übersetzung rechtspopulistischer Parolen. Aufgrund mangelnder Integrationsbereitschaft werde Marianne Bokel der Gastschülerinnenstatus wohl bald entzogen werden müssen.


Mittelfelder Kurier – aus Mittelfeld für Mittelfeld, wo die Welt noch zusammenhält

29. Januar 2017

Mittelfelder Kurier #5: Tante Emma 2.0



Inspiriert von einem Berlin-Trip hat Emma Schmitz ihren Gemischtwarenladen umgestaltet. Vorn im Laden gibt es nun eine Sofaecke zum Getränke konsumieren. Damit, so die Ladenbesitzerin, wolle sie die Lücke schließen, die durch den Niedergang jeglicher lokaler Gastronomie entstanden sei. Aus den Lautsprechern erklingt elektronische Musik und ein bislang ungenutztes Hinterzimmer möchte Emma Schmitz künftig via Airbnb an Touristen vermieten.

Die Reaktionen auf die Neuerungen fallen unterschiedlich aus. Der Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Agnes, Winfried Hagemann, bezeichnet die neue Version des Tante-Emma-Ladens als weiteres Indiz für Mittelfelds zunehmenden Sittenverfall.

Die Lehrerin Dorit Kersting hingegen ist begeistert und möchte im Laden gern Konzerte und Lesungen veranstalten und auch Vorträge über vegane Ernährung halten. Und Dorit Kerstings Mitbewohner, Amir Barakat, einziger in Mittelfeld ansässiger Geflüchteter, freut sich, dass es im Ort endlich einen Club gibt. Er nennt Emma Schmitz’ Laden das Berghain von Mittelfeld.

Bokels Familie gefährdet sei. Handelte es sich bei dem ersten Interessenten, der in dem Hinterzimmer übernachten wollte, doch um Marianne Bokels Vater, Dietrich Bokel, der aus dem Seniorenheim ausgebüxt war, mit der Begründung, seine Tochter sei unerträglich dumm und wisse nicht, von wann bis wann Fidel Castro Reichskanzler war.


Mittelfelder Kurier – aus Mittelfeld für Mittelfeld, wo die Welt noch zusammenhält

23. Januar 2017

Twitterkratie

Twit|ter|kra|tie (die) (engl./griech.) Herrschaftsform, in der Regierende mit dem Volk über Mikrobloggingdienste kommunizieren

22. Januar 2017

20. Januar 2017

So feiert Abraham Lincoln Donald Trumps Amtseinführung



Ex-Präsident Abraham Lincoln feiert die Amtseinführung des neuen Präsidenten Donald Trump nicht in Washington, sondern an einem Backsteinpfeiler in Berlin-Schöneberg.

18. Januar 2017

Mittelfelder Kurier #4: Die Alten wandern ab



Während es andernorts die jungen Leute sind, die ländliche Regionen verlassen, sind es in Mittelfeld die alten Menschen, die abwandern.

Wenn ich in ein paar Jahren zum letzten Mal meinen Laden abgeschlossen hab, ziehe ich gleich tags drauf nach Göttingen oder Kassel oder gar nach Berlin, sagt Emma Schmitz, Besitzerin von Mittelfelds Gemischtwarenladen. Wenn ich nicht weggehe, lande ich am Ende noch bei der Bokel im Altenheim, bei der Bokel, dieser Nazischickse.

Marianne Bokel räumt in einem Telefonat mit dem Mittelfelder Kurier ein, in ihrem Seniorenheim Nachwuchsprobleme zu haben. Diese blöde Schmitz, diese ignorante Tante Emma vom Gemischtwarenladen, ist nicht die Einzige, die abhauen will, berichtet Marianne Bokel. Und wenn die Alten nicht bis zum Tod in Mittelfeld blieben, beschädige dies die hiesige Wirtschaftsordnung. Aufgrund der ungenutzten Heimplätze habe ich bereits eine Mitarbeiterin entlassen müssen, beklagt sich Marianne Bokel.

Und auch ihre Nichte Marion Bokel, Chefin des ortsansässigen Bestattungsunternehmens, fühlt sich von der sinkenden Seniorenzahl negativ betroffen. Zitat Marion Bokel: Erst bleiben die Seniorenheimzimmer leer und dann die Särge.

Im Kontrast dazu verzeichnet Winfried Hagemann, Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Agnes, keinen Rückgang an gefüllten Särgen. Die Zahl der Beerdigungen liege in seiner Gemeinde genauso wie die Summe der Gemeindemitglieder seit Jahren konstant bei Null.


Mittelfelder Kurier – aus Mittelfeld für Mittelfeld, wo die Welt noch zusammenhält

6. Januar 2017

Mittelfelder Kurier #3: Ost oder West?



Eine Frage, die unsere Leserschaft umtreibt, lautet: Liegt Mittelfeld im Osten oder Westen Deutschlands? – Der Mittelfelder Kurier hat sich auf Recherche begeben.

Zuerst treffen wir Winfried Hagemann, Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Agnes. Er bittet uns zum Interview in den Beichtstuhl, für den er aus Mangel an Gemeindemitgliedern sonst keine Verwendung hat. Der Pfarrer berichtet, momentan intensiv der Frage nachzugehen, welchem Bistum eigentlich seine Gemeinde angehört, weswegen ihm für solch weltliche Fragen wie nach Ost oder West die Kapazität fehle.

Unsere nächste Gesprächspartnerin ist Dorit Kersting. Die frisch mit dem Mittelfelder Gutmensch-Award ausgezeichnete Lehrerin sollte es als Bildungsvermittlerin doch wissen: Ost oder West, Frau Kersting? – Die Mittdreißigerin winkt ab. Ich mag nicht in Labels denken, sagt sie. Ost oder West, Nord oder Süd – mit solchen Einordnungen befasse ich mich nicht. Am Ende des Gesprächs aber lässt sie sich immerhin zu dem Statement hinreißen, dass Mittelfeld vermutlich in der Mitte Deutschlands zu verorten sei.

Im Anschluss haben wir einen Termin bei Marianne Bokel, der Leiterin des örtlichen Seniorenheims. Frau Bokel, die Alten um Sie herum, die meist ihr ganzes Leben in Mittelfeld verbracht haben, müssten den Ort doch ohne zu zögern dem Osten oder dem Westen zuweisen können. – Marianne Bokel schüttelt den Kopf. Da erwarten Sie zu viel von unseren Bewohnern, meint sie und stellt uns ihren fast 90-jährigen Vater Dietrich Bokel vor, der einst Bürgermeister von Mittelfeld war, politisch weit rechtsaußen gekickt hat, heute aber nicht mehr Adolf Hitler von Fidel Castro unterscheiden kann.

Nach dem Seniorenheim besuchen wir den Gemischtwarenladen von Emma Schmitz, die von den Kunden liebevoll Tante Emma genannt wird. Nach sieben Schnäpsen räumt sie ein, als IM Mittelfeldspielerin für die Stasi gespitzelt zu haben. Aber als IM war ich doch nicht in alles eingeweiht, sagt Tante Emma. Die Oberen hätten niemals durchblicken lassen, ob Mittelfeld im Osten und Westen läge.

Draußen vorm Laden begegnet uns Amir Barakat, Mittelfelds erster und bislang einziger Asylbewerber. Exklusiv fragen wir den Neubürger nach seiner Einschätzung: Befindet sich Mittelfeld im Osten oder Westen? – Der junge Mann antwortet, dass er Ostern besser findet als Western.


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2. Januar 2017

Mittelfelder Kurier #2: Nafri-Kontrollen in Mittelfeld



Wie erst heute bekannt wurde, wurden in der Silvesternacht auch in Mittelfeld nordafrikanisch aussehende Männer kontrolliert. Die Kontrollen wurden allerdings nicht wie in Köln von der Polizei durchgeführt, sondern von der Mittelfelder Gefahrenabwehr (MGA), einer erst kürzlich gegründeten Bürgerwehr.

Die Polizei zeigt in Mittelfeld ja nur selten Präsenz, klagt Marianne Bokel, Betreiberin des örtlichen Seniorenwohnheims und Generälin der Bürgerwehr. Und wenn die Polizei versagt, müssen wir uns halt selbst schützen.

Gemeinsam mit ihrer Nichte Marion Bokel, Chefin des örtlichen Bestattungsunternehmens, patrouillierte Marianne Bokel an Silvester durch die Straßen Mittelfelds.

Gegen 23 Uhr dann sichteten die beiden Damen einen ihrer Einschätzung nach nordafrikanisch aussehenden Mann in Begleitung einer blonden Frau.

Wir haben sofort um die Sicherheit der blonden Frau gebangt, berichtet Marion Bokel.

Wie sich alsbald herausstellte, handelte es sich bei dem Mann jedoch nicht um einen Nordafrikaner, sondern um den Syrer Amir Barakat, den einzigen in Mittelfeld ansässigen Geflüchteten. Und bei der blonden Frau handelte es sich nicht um eine Frau, sondern um den deutschen Staatsbürger Dirk Kröger, der sich anlässlich einer Silvesterparty als Frau verkleidet hatte.


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